Losung und Lehrtext für Samstag, 4. September 2010:
Sieh her, ich nehme deine Sünde von dir und lasse dir Feierkleider anziehen.
Sacharja 3,4
Seht die Lilien an, wie sie wachsen: sie spinnen nicht, sie weben nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!
Lukas 12,27-28
LEBENS-WERT-LOS — Wer hat es in der Hand?
LEBENSWERT — WERTLOS
„Nach 16 Jahren im Koma kann Eluana Englaro
nun von den lebenserhaltenden Schläuchen getrennt werden. Das höchste italienische
Gericht billigte die Sterbehilfe-Maßnahme für
die heute 35-Jährige“ (stern.de, 13.11.2008)
Ein Schicksal unter vielen, das die Welt
bewegt und zugleich viele Fragen aufwirft. An solchen Extrembeispielen wird deutlich, wie
sehr man mit einer sogenannten Pauschalethik an die Grenzen eines "Richtigen Handelns" stößt. Für jeden Mediziner, der von
derartigen Situationen herausgefordert wird,
drängt sich hier — auch im Persönlichen — die
zentrale Frage nach dem Lebenswert auf, die
einem ständigen Zweifel- und Hinterfragensprozess
unterliegt. Unterschiedliche Lebenskrisen,
wie Scheitern von Beziehungen, Misslingen
von Karrieren und Krankheit, bringen
diese Thematik immer wieder zum Vorschein.
Ab wann spricht man nun von einem lebenswerten
Dasein?
Ab wann hört selbiges auf
und ist als wertlos zu erklären?
In welcher
Form ist es die Verantwortung des Einzelnen,
für ein Leben auch gesellschaftlich einzustehen?
Eine zentrale Frage zieht sich durch die
gesamte Thematik:
Wer hat es in der Hand?
Ich selbst, die Medizin, die Gesellschaft,
Gott…?
Gemeinsam möchten wir in Form von Vorträgen,
Seminaren und persönlichem Austausch
diesem Spannungsfeld auf den Grund gehen.